29. Juni 2026
Es gibt Orte auf der Welt, die wie eigens dazu geschaffen scheinen, einen zu entwaffnen. Der Gardasee ist einer davon. Fünfzig Kilometer Länge, Wasser, das seine Farbe mit dem Himmel wechselt, mittelalterliche Orte, eingebettet zwischen Olivenhainen und Zitronengärten, und ein Licht, das im Sommer einen mediterranen Ton annimmt, obwohl es nur wenige Schritte von den Alpen entfernt liegt. Die Römer nannten ihn Benacus und bauten hier ihre luxuriösesten Villen. Sie lagen nicht falsch.
Was nur wenige wissen: Der See hat auch eine andere Geschichte, weniger bekannt als das Postkartenbild, aber ebenso faszinierend — eine Geschichte von Skaligerburgen, venezianischen Zollhäusern, mittelalterlichen Flotten, lateinischen Dichtern und glücklichen Irrtümern, die außergewöhnlichen Stätten falsche Namen gaben. Es ist eine Geschichte, die in Verona ihren Ausgang nimmt — bei denselben Skaligern, die Castelvecchio erbauten — und sich bis zu den lombardischen und trentiner Ufern des Sees erstreckt.